Der Nabel der Welt

Der Mittelpunkt des Universums liegt in Tibet. 

Es ist der heiligste Berg der Welt, der Mount Kailash.
Wer dorthin geht, wird automatisch zum Pilger.
 


Text : Fritz Kalteis 

1200 Kilometer westlich von Lhasa, in einer der unzugänglichsten Gegenden  dieses Erdballs, nimmt ein junger Tibeter ein Yak aus. Als der Mann den ersten Schnitt quer über die Bauchdecke führt, steigt Dampf auf und die Eingeweide quellen heraus.  Die Schwaden dieses unheiligen Moments vernebeln den Blick auf einen geweihten Ort. Aus der staubtrockenen Ebene ragt 6714 Meter hoch ein eisgepanzertes Monument des Glaubens: Der Mount Kailash , der heiligste Berg der Welt. Die Anhänger von 4 Weltregionen rühmen die ebenmäßige Pyramide als ihren heiligsten Platz: Buddhisten, Hindus, Bon und Jain. Das sind gut 2 Milliarden Menschen, was ein gerüttelt Maß an Heiligkeit ergibt. 
Jeder Gläubige soll demnach wenigstens einmal in seinem Leben die heilige Kora, die rituelle Umrundung des Berges vollenden. 
 

       Lhasa


Bild oben Joho die heiligste statue im Johkang. 

 Es ist ein unglaubliches Gewusel am großen, gepflasterten Platz vor dem Johkang, dem meistbesuchten Pilgerziel und wichtigsten Schrein Tibets. Mitten drin sind wir, ein kleines Grüppchen von 7 Schweizern, Amis, Holländern, Australiern und Österreichern. Und alle wollen wir den heiligsten Berg der Welt sehen. Es ist Sonntag, ein Vollmondtag. Die ersten Sonnenstrahlen zeichnen blaßgelbe Striche in den eisengrauen Himmel über Lhasa. Das mitgebrachte Räucherwerk Tausender Tibeter verbrennt in kalkgetünchten Öfen und taucht Tibets Schatztruhe in einen milchigen Schleier, der sich nur langsam hebt. Unablässig rotieren die Gebetsmühlen der Gläubigen und schicken Abermillionen von Gebeten zur Götterwelt, die in den kleinen Räumen des Jokhang ihre irdische Residenz gefunden zu haben scheint. Alle sind sie da: Avalokitesvahra, Tara, Vajrapani und natürlich Buddah. Das fettige Licht der Butterlampen macht die engen Gänge zu einem bizarren Irrgarten aus den verklärten Gesichtern der Boddisathvas und den Fratzen der Dämonen. 
Als ich benommen in den sonnendurchfluteten Innenhof taumle, lasse ich mich neben einer ärmlichen Familie nieder. Mit Händen und Füßen verständige ich mich mit dem Vater über die Namen seiner Kinder: Sonom und Pasang heißen die beiden staubigen Bälger mit den verfilzten Haaren und rotzverklebten Nasen. Was er sonst noch mitzuteilen versucht, bleibt mir ein Rätsel. 
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 - Das Tibetische kann auch Tonhöhen in der Schrift wiedergeben, daher können die in diesem Artikel verwendeten Transkriptionen von Anderen, ebenso Gebräuchlichen abweichen, insbesondere bei Eigennamen und Ortsbezeichnungen.,

Direktes Karma

Roger Pfister ist 40 und sieht aus wie Clint Eastwood in jungen Jahren. 14 mal ist der Schweizer bereits um den Kailash gegangen. Einmal davon die ganzen 52 Kilometer in nur 13 Stunden, nur eine Stunde langsamer als Reinhold Messner bei seiner Rekordkora im Jahre 1985.  Dieser Mann sollte ein würdiger Guide sein. Roger ist ein unermüdlicher Lehrer fernöstlicher Weisheit und Buddhismuskunde. 
Einen besonderen Stellenwert in seinem Weltbild nimmt das direkte Karma ein. 
Das gibt es zwar offiziell nicht, ist aber ungemein wirksam: 
Baut etwa der Koch am Vortag Mist, beispielsweise, weil er nichts kocht und wir statt Pasta chinesische Instant - Nudelsuppe essen, muß er dafür am nächsten Morgen mit dem ersten Hahnenschrei aus den Federn - und es gibt tibetisches Brot mit Omlette. Derart ist für sofortigen Spannungsausgleich gesorgt und eine gedeihliche Zusammenarbeit in Zukunft garantiert. „Würde ich seinen Fehler durchgehen lassen, hätte er nur ein schlechtes Gewissen und wir ein mageres Frühstück. So aber geht es beiden besser“, doziert Roger und schmiert die letzten Reste seines Omlettes mit Brot aus dem Teller. 
Die Stunden in unseren weißen Landcruisers sind lang. 200 bis 300 Kilometer schaffen wir pro Tag, auf Straßen, die ein Fahrzeug auf einer einzigen Strecke zerstören können. Dennoch ist Soto, der Fahrer zuversichtlich. Ein gutes Auto habe er da, die ganze Saison lang gabs keinen einzigen gröberen Defekt. Bis jetzt: Geplatzte Reifen, gerissene Hydraulikschläuche, blockierte Bremsen und rachitische Kühlsysteme verschaffen der wackeren Besatzung genügend Gelegenheit, den Hintern auszulüften und die Umgebung zu inspizieren. Schlagartig verändert sich die Perspektive und der Blick wird grenzenlos. 

Tibets Natur ist in ihrer Kargheit verschwenderisch.

Jede Perspektive fehlt - hunderte Kilometer schrumpfen in der klaren Höhenluft auf die Strecke eines Tagesmarsches. Der Wiener Abenteurer Herbert Tichy hat bereits 1937 Tibet bereist.  Er notiert: „ In vielleicht keiner Landschaft der Welt fühlt man sich so klein und nichtig wie zwischen den eisigen Bergen Tibets und auf seinen riesigen Steppen. Wir beide (Tichy und sein indischer Freund Kapu, Anm.) waren erschüttert von dieser Landschaft oder, richtiger gesagt, erschüttert von dem, was diese Landschaft in uns auslöste.“ Kurz nach Saga, der letzten größeren Ansiedlung in Westtibet biegt der Wagen um eine Kurve und vor der Motorhaube liegt ein Panoptikum der Schöpfung: ockerfarbene Sanddünen ziehen eine scharfe Linie in den tiefblauen Himmel. Die Abhänge tauchen in einen See ein, der dieses Blau noch zu übertreffen versucht. Weit im Hintergrund spannt sich der Schirm der 7000er der Daulaghiri Range. Dazwischen streuen die letzten vertrocknenden Grashalme noch einen Hauch von Grün, Yaks grasen darauf. 
 
 

Nur noch ein Paß über 5000 Meter trennt unsere kleine Karawane von der Ebene, die dem heiligen Berg vorgelagert ist.  Der Landcruiser schnauft mit letzter Kraft auf die Paßhöhe zu.  Dann hat er ausgeschnauft. Soto schaut etwas verknittert, drischt die Tür zu und legt sich unter das Fahrzeug. Draußen rast ein eisiger Wind. Niemand denkt auch nur daran auszusteigen. Plötzlich drücken sich neugierige Kinder die Nasen an den Fensterscheiben platt. Woher sie gekommen sind, ist ein Rätsel. Weit und breit ist keine Behausung zu sehen. Der Höhenmesser zeigt 5200 Meter. 
Es sind Nomaden, die unweit von uns ihr Zelt aufgeschlagen haben. Ihre Wangen sind von der Sonne aufgebrannt, die Nasen zeigen Spuren vergangener Erfrierungen. Die Jungs bringen mir bei, wie man mit ihren traditionellen Schleudern umgeht. Richtig abgefeuert fliegen Steine damit über 100 Meter weit. Als Soto die Mühle wieder in Gang bringt, sind wir die besten Freunde. 

Endlich gewährt uns der Kailash, den die Tibeter Kang Rinpotsche, das Juwel aus Schnee nennen, einen ersten Blick auf sein Haupt. 
Der Gipfel hat die Form eines perfekt geschliffenen Diamanten - ebenmäßig abfallend in alle vier Himmelsrichtungen. Um das treppenartige Muster auf seiner Südostflanke rankt sich eine der ältesten tibetischen Legenden: Der große Dichter und Magier Milarepa führte dereinst einen erbitterten Kampf gegen seinen Erzfeind Bon - Po. Als Milarepa eines Morgens auf einem Sonnenstrahl zum Gipfel geritten kam, überraschte er dort Bon Po derart, daß dieser seine Trommel fallen ließ. Bei ihrem Fall schlug sie das berühmte Muster in den Fels. 
Die Buddhisten betrachten den Mont Kailash als den Mittelpunkt des Universums, als die stoffliche Verkörperung des mythischen Weltenberges Meru, der Weltachse. Zudem speist der Kailash die Quellen der 4 Hauptflüsse des indischen Subkontinents.  Sutlej, Karnali, Brahmaputra und Indus entspringen in unmittelbarer Umgebung. Hindus sehen im Kailash den Sitz Shivas und würden wohl zu Zehntausenden hierher pilgern, wären nicht strenge Restriktionen vor. Nur 350 dürfen jährlich ihre Parikrama gehen - die Permits dafür werden in einer eigenen Lotterie verlost, die Jahr für Jahr alle Teilnahmerekorde bricht. 

Der Mittelpunkt des Universums 

Die Pilgerfahrt rund um den Kailash darf nur im Uhrzeigersinn ausgeführt werden. Ausnahme sind die Bon, sie gehen in die genau entgegengesetzte Richtung. 
Bei Darpotschen ragt ein riesiger, von Gebetsfahnen behangener Pfahl in den Himmel - der eigentliche Nabel der Welt. Jedes Jahr zu Buddhas Geburtstag am Vollmondtag im Mai wird er während des großen Erleuchtungsfestes Saga Dawa neu aufgerichtet. Steht er kerzengerade, bedeutet das gutes Karma. 
Gemeinsam mit Yap, dem Holländer klettere ich von diesem wohl schönsten Campingplatz der Welt auf eine Anhöhe etwas oberhalb. Wir sind auf der Suche nach Gebeinen. Die zerklüfteten roten Felsen dienen den Tibertern zu ihrem traditionellen Bestattungsritus - der Geierbestattung. Die Leichen werden hierhergeschleppt, portionsfertig zerhackt und den Vögeln überlassen, die sie restlos vertilgen. 
Wir haben Pech - Ende Oktober ist nicht einmal mehr der kleinste Knochen zu finden. 
Die Kora rund um den heiligen Berg dauert unter normalen Umständen 3 bis 4 Tage, der Weg ist beschwerlich. In über 5000 Metern Seehöhe steht unserem Blut nur mehr die Hälfte des Sauerstoffs zur Verfügung. Diese Tatsache gibt den den Rhythmus vor  - Rennläufer, die glauben, der Natur ein Schnippchen schlagen zu können, werden umgehend bestraft. Direktes Karma durch dröhnendes Kopfweh am Abend im Zelt. Die Höhenkrankheit läßt nicht mit sich diskutieren, jedes Jahr sterben in Tibet und Nepal Dutzende Menschen an ihren Symptomen. Medikamente gibt es keine, dafür ewig gültige Weisheiten: pro 1000 Höhenmeter einen Liter Wasser täglich, nicht mehr als 500 Höhenmeter pro Tag aufsteigen und in den ersten Tagen so wenig wie möglich anstrengen. 

Am zweiten Tag überschreiten wir die 5000er - Marke. Jeder Zentimeter des Weges ist geweihter Boden, jeder Stein mit Religion aufgeladen. Sehen wir einen Abdruck in einem Felsen, so hat hier ein Gott seine Hand aufgelegt oder seinen Fuß daraufgesetzt. Die Tibeter sind sich stets bewußt, wie sehr sie dem Willen von Göttern und Dämonen ausgeliefert sind. Überall passieren wir mächtige Manimauern mit eingravierten Mantras und Tschörten mit Gebetfahnen - die Monumente ihrer Hingabe.  Auf halbem Weg erhebt sich der Berg zu seiner wohl bekanntesten Ansicht, der Nordflanke. 1500 Meter hoch ragt eine fast senkrechte Felswand in den Himmel. Im Sommer weitgehend ausgeapert, legt sie im Laufe des Herbstes ein Kleid aus Eis und Schnee an, um daraus einen kleinen Gletscher an ihrem Fuße zu speisen. 
Wer die Mühe auf sich nimmt und eine Stunde vom Hauptweg abzweigend auf 5500 Meter hinaufsteigt, gelangt an einen magischen Platz. Ein Ort, der für Meditation wie geschaffen ist. Auch „Heiden“ spüren hier eine Atmosphäre der Heiligkeit. 
 


North face

Übertroffen wird dies nur noch vom Droma La - Paß. 5650 Meter hoch, ist er der spirituelle und körperliche Höhepunkt der Reise. Schritt für Schritt klettert man hier herauf, langsam, nach jedem zweiten Schritt um Luft schnappend. Vorbei an der Totenstätte Shiva - Tsal, wo die Tibeter im Gedenken an ihre Verstorbenen Haare, Nägel und Kleider opfern. Vorbei an dem keinen Hängegletscher, den sie die Träne der Tschenresi, der Göttin des Mitgefühls, nennen. Auf den letzten Metern vor dem Paß begleitet mich ein großer Rabe, in Tibet ein Zeichen des Glücks. Ich bin alleine an einem der heiligsten Plätze der Welt. Zeit zum Schauen und Staunen am Fuße jenes riesigen Tschörten, der die Göttin Tara repräsentiert. Gebetsfahnen mit den Namen der Lieben sollen einen kleinen Gruß nach Hause schicken. Die Buddhisten verrichten ihre Anbetungen und opfern Räucherwerk. Ich fühle mich leicht wie nie zuvor. 

Der weibliche See


 
 

Nur zwei Tage später sind Heidi, die Schweizerin, Yap, Tashi, der Australier, Roger und Ich mit unseren  Rucksäcken beladen am Ufer des Lake Manasarovar unterwegs. Erst die Umrundung dieses heiligen Sees macht eine Reise zum Kailash vollständig. Während der Berg mit seiner Phallusform das männliche Prinzip verkörpert, steht der See für das Weibliche. Kann der Kailash mit Kraft und Willen bezwungen werden, so verlangt der Manasarovar Ausdauer und Geduld. „110 Kilometer ohne jeden Höhenunterschied, das kann kein Problem sein. Drei Tage, vielleicht dreieinhalb“, hatte ich zuvor noch gefeixt. Da lag ich im 38 Grad warmen Wasser der heißen Quellen von Jiu Gompa am Ufer des Sees. Jetzt hat das Wasser höchstens 0 Grad und ich stehe bis zu den Hüften darin. Außentemperatur -6 Grad, der Wind pfeift. Äste, die von den Wellen umspült werden , sind durch die Kälte von einer glitzernden Eisglasur überzogen.  Gemeinsam mit Yap suche ich unter dem Gelächter der anderen  zwischen Eisschollen eine Furt durch einen Fluß. 500 Meter flußaufwärts finden wir sie, das Wasser ist hier bloß knietief. Tibet ist kein Platz für Helden. 
Am Ufer des Sees halte ich nach einem bestimmten Fisch Ausschau. Vom Wind getrocknet, sind gestrandete Fische des Manasarowar in Tibet eine begehrte und teure Medizin. „Gut für die Gelenke und gut für schwangere Frauen“ hat mir unser Fahrer erklärt. Er braucht einen für seinen Vater, der es mit den Knien hat. Fündig werde ich leider nicht. Die Farbe des Seewassers  wechselt ständig:  mal tiefblau und ruhig daliegend, mal milchiggrau, dann wieder schwarz und vom Wind gepeitscht. Auf der riesigen Wasseroberfläche spiegelt sich der Mount Kailash. Gemeinsam mit dem  7728 Meter hohen Gurla Mandata, dessen mächtige Schulter vom Südufer aufsteigt, liegt hier Tibets heilige Dreifaltigkeit. 
Wir sprechen wenig, wenn wir gehen. Lange Stunden des Marschierens liegen zwischen den einsamen Höhepunkten der Tage am Manasarovar. Das sind unbestritten die Sonnenauf - und Untergänge. Unerhörte Töne von Rot, Orange, Rosa, Violett und Blau bilden mit den wenigen Wolken die größte Lichtshow der Welt. Viermal haben wir Gelegenheit, dieses Schauspiel zu beobachten, dann ist die Kora vollendet. Jiu Gompa ist erneut ein willkommener Hafen. Noch nie hat Gemüsereis so gut geschmeckt, noch nie war ein warmes Bad erholsamer. Was ich nicht weiß: Die heißen Quellen von Jiu Gompa sind Teil einer Wasserbrücke zwischen dem Lake Manasarovar und dem benachbarten Lake RakshasTal, dem Teufels - See. Wenn es das Glück mit dem Land schlecht meint, ist sie ausgetrocknet. Seit Jahrhunderten war der Wasserspiegel nicht so niedrig wie jetzt. 
 
 

Info Mount Kailash und Tibet

Reisezeit
In Westtibet kann es zu jeder Jahreszeit kalt werden. Im Frühling von März bis Mai liegt in größeren Höhen noch Schnee, weiter unten blüht das Land auf, die Temperaturen sind kühl aber nicht mehr eiskalt. Der Monsun von Mai bis September wirkt sich in Tibet durch den Regenschatten des Himalaya nicht so massiv aus wie etwa in Nepal. Dennoch können kleine Bäche zu reißenden Flüssen werden, Flußüberquerungen sind dann schwierig bis unmöglich. In größeren Höhen kann das ganze Jahr über Schnee fallen. Die Temperaturen sind tagsüber durchaus angenehm und fallen auch in der Nacht kaum unter -5 Grad. 
Oktober und November sind die sichersten Monate, es gibt kaum Niederschlag. Dafür kann es besonders in der Nacht bitterkalt werden, -15 Grad sind keine Seltenheit. 

Einreise
Ein chinesisches Visum bekommen sie bei der Botschaft in Wien, Strohgasse 22, 1030 Wien; Mo, Mi, Fr 8.30 Uhr bis 11 Uhr; Tel: 01/ 710 36 48. Die Einreise nach Tibet ist nur mit einer Reisegruppe möglich, die ein entsprechendes Gruppenpermit aufweist. Individualtouristen sollten beim Visumantrag nicht Tibet als Reiseziel angeben, sondern unverdächtige Orte wie Peking oder Schanghai. Berufsangaben wie Journalist oder Fotograf verringern die Chancen auf ein Visum beträchtlich. 
Das Visum kostet ÖS 300,-, die Bearbeitung dauert etwa eine Woche. 
Gültigkeit: 30 Tage 

Anreise
Nach Kathmandu Direktflug mit Austrian Airlines jeden Mittwoch  um 23.05 Uhr ab 
ÖS 11 270,-. Von Kathmandu nach Lhasa mit China South-West Dienstag und Samstag um ca. $ 227,-. Vom Flughafen zur Stadt ca. 2 Stunden Fahrt mit Bus , Minibus oder Landcruiser. 

Unterwegs im Lande
„All of driving is on roads that are capable of destroying a vehicle in a single trip“ schreibt der Lonely Planet Reiseführer und er hat recht. Außerhalb von Lhasa gibt es nur Schotterpisten, die von Schlaglöchern übersät sind. In der Monsunzeit können ganze Straßen und Brücken weggerissen werden. Die chinesische Polizei verlangt vorzugsweise zur Monsunzeit  - illegale - Wegzölle für das Passieren von Brücken. Kalkulieren sie ein gewisses Budget für Schmiergelder ein. Die Wege können immer wieder von defekten Fahrzeugen blockiert sein. Mit einem Tag Verzögerung müssen sie bei einer Reise durch Tibet jederzeit Rechnen. 
Innerhalb des Landes gibt es nur mit Geländewagen ein Fortkommen. Für den Trip zum Kailash ist ein zweites Fahrzeug nötig, das Ersatzteile und Treibstoff mitführt. 
Legen sie bei der Reiseplanung Wert auf gute Logistik des Veranstalters. 

Geld
Nur Bares ist Wahres. 
In Lhasa und größeren Städten wie Shigatse oder Gyantse werden fallweise Dollar genommen, sonst gilt nur der Yuan. 8 Yuan = 1 Dollar 
 

Zeit
MEZ + 7 Stunden. In Tibet gilt Peking - Zeit. Da das Land aber gut 4000 Kilometer weiter westlich liegt, geht die Sonne im Herbst erst ca. um 9 Uhr auf und um etwa 20.30 Uhr unter. 

Telefon
Vorwahl von Österreich 0086. Das Telefonnetz ist dünn, die Preise für Telefonate nach Europa astronomisch hoch. E - Mail Verbindungen nur in Lhasa. 

Sprache
Selbst in Lhasa sprechen nur wenige Menschen Englisch, im Landesinneren so gut wie niemand.  Ein englischsprachiger einheimischer Guide ist unbedingt notwendig. 

Übernachten
Lhasa bietet eine große Auswahl an Hotels, vom 5-Sternhaus bis zum einfachen Guesthouse. Die Preise liegen zwischen 3 und 80 US - Dollar. Empfehlenswert: Snowland - Hotel: Saubere Zwei - oder Mehrbettzimmer mit oder ohne Dusche  für 20 bis 40  Yuan. Im Landesinneren nur einfache Herbergen, die Preise sind oft Verhandlungssache und liegen bei etwa 25-30 Yuan. Bestehen sie auf einer Kanne heißen, abkochten Wassers am Zimmer, das ist im Preis immer inkludiert. 
Westlich von Saga muß man oft mit dem eigenen Zelt auskommen, insbesondere in der Nebensaison. 

Verpflegung
Gutes, preiswertes Essen in fast allen größeren Orten, weiter draußen wird es oft sehr einfach mit Reis und Gemüse. Für den Notfall Kekse und Instant - Nudelsuppe mitnehmen. Der traditionelle Yakbuttertee ist eine Herausforderung für den Gaumen. 

Ausrüstung
Für den Trip zum Kailash ist leichte, aber robuste Wanderkleidung optimal; Regenjacke, Thermo - Unterwäsche, Fleecepulli, Haube, Handschuhe, Schal, etc... 
Der Schlafsack sollte im Sommer einen Komfortbereich bis -5 Grad haben, später in der Saison bis - 20 Grad, Zelte müssen windfest sein. Die UV - Strahlung ist in Tibet extrem intensiv, Sunblocker und Fettcreme für die Lippen sind Pflicht. 
Zum Bereiten von Trinkwasser Micropur oder Wasserfilter mitführen. Jedes Gramm zählt! 

Literatur
Empfehlenswert: Gyurme Dorje, Footprint Handbook Tibet, ISBN 1 900949 33 4 
 

 

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